Vergilbt, verfärbt, verschmutzt: So reinigt man alte Fotoschätze

Ob Fotopapiere, Dias oder Negativfilme – all diese Materialien sind unweigerlich einem Alterungsprozess ausgesetzt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Digitalisierung. Wir erklären, wie Du Deine Bilder von starken Verschmutzungen befreien und neue Ausdrucke länger haltbar machen kannst.

FotoschätzeBilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte: Sie sind nicht nur unwiederbringliche Erinnerungen an bedeutende Momente, sondern auch Einblicke in längst vergessene Zeiten. Besonders auf dem Dachboden und im Keller finden sich häufig persönliche Schätze wie zum Beispiel alte Familienfotos oder Aufnahmen aus der eigenen Kindheit beziehungsweise Jugend. Egal wie gut die Kameratechnik auch war, ob mit Spiegelreflexkamera oder Einwegkamera erstellt, der Alterungsprozess der Fotos ist unaufhaltsam. Er kann verzögert werden aber gänzlich zu stoppen ist er nicht.

Nach jahrzehntelanger Lagerung sind diese Zeitdokumente womöglich schon stark verschmutzt, ausgeblichen, rissig und verfärbt. Weisen Deine Abzüge, Dias und Negative solche Verfallserscheinungen auf, führt kein Weg mehr an einer baldigen Digitalisierung vorbei. Davor sollte man das Bildmaterial jedoch schonend reinigen, um eine optimale Qualität zu erzielen.

Groben Schmutz entfernen

Dicke Staubschichten, die sich infolge einer offenen Aufbewahrung auf den Fotos abgelagert haben, lassen sich im Idealfall mühelos mit einer Druckluftdose entfernen oder mit einem antistatischen Pinsel abfegen. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen und Fingerabdrücken empfiehlt sich ein spezieller Reinigungsstift, wie ihn zahlreiche Hersteller zum Beispiel für die Bildsensorreinigung anbieten. Unbeschädigte Filme, Dias und Abzüge können hingegen getrost mit einem trockenen bis leicht feuchten Mikrofasertuch gesäubert werden, wobei man zur Vermeidung von Kratzern keinen starken Druck auf die Oberfläche ausüben sollte.

Herkömmliche Reinigungs- oder gar Lösemittel gilt es in jedem Fall zu vermeiden, da diese das Trägermaterial unter Umständen angreifen und somit den Bildinhalt zerstören. Beim Hantieren mit den Fotos sind Baumwollhandschuhe vorteilhaft. Einzelne Staub- und Schmutzpartikel bleiben dennoch unvermeidbar.

Verklebte Bilder lösen

Aufeinandergestapelte Fotos können im Laufe der Zeit verkleben. Dies passiert vor allem bei Filmen und Abzügen mit glänzend glatter Oberfläche. Idealerweise sind die einzelnen Bilder durch vorsichtiges Abziehen wieder voneinander lösbar. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die oberste Schicht haften bleibt oder das Papier beziehungsweise das Negativ eingerissen wird.

Mit einem Stück Zahnseide lässt sich die Verbindung noch einfacher trennen. Die Haftfestigkeit kann übrigens verringert werden, indem man die Fotos rund 20 bis 30 Minuten in das Tiefkühlfach legt (Gefrierbeutel verwenden).

Ist bereits eine Ecke oder Seite abgelöst, kann man auch ein spiritusgetränktes Wattestäbchen dazwischenschieben und so das eine Bild vorsichtig vom anderen abreiben. Der Spiritus verfliegt relativ schnell, darf jedoch nicht an beschädigte Stellen gelangen.

Wasserschäden beseitigen

Fotos aufhängen
Die Klammern, anders als in diesem Bild, am Rand und nicht im Bildbereich fixieren

Fotos, die zum Beispiel infolge von Hochwasser, verschütteten Flüssigkeiten oder übermäßiger Luftfeuchtigkeit zusammenkleben, können nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr rückstandslos voneinander getrennt werden. In diesem Fall sollte man die am besten noch feuchten Bilder im Klaren, etwa 20 Grad warmen Wasser ein wenig einweichen und vorsichtig ablösen. Unmittelbar danach kommen die Papierabzüge, Dias beziehungsweise Negative in eine milde Netzmittellösung (destilliertes Wasser mit Agepon oder mit ein paar Tropfen haushaltsüblichem Spülmittel), in der sie einzeln 30 Sekunden bis eine Minute lang bewegt werden.

Abschließend müssen die Aufnahmen ohne vorheriges Abspülen an einer Leine oder einem Wäscheständer aufgehängt trocknen, wobei die Wäscheklammer möglichst außerhalb des Bildbereichs anzubringen ist. Achtung: Die feuchten Oberflächen sind jetzt extrem anfällig für Staub und andere Schmutzpartikel.

Fünf Tipps für länger haltbare Fotoabzüge

1. Langlebiges Papier wählen

Inzwischen gibt es unzählige Fotopapiersorten mit verschiedenen Oberflächenstrukturen für matte oder glänzende Ausdrucke. Idealerweise enthält das Druckmedium sehr wenige optische Aufheller und kein Lignin (sorgt für die Vergilbung). Ferner sollte es säurefrei (pH-neutral) sein. Die meisten Varianten für den Heimgebrauch sind übrigens mehrfach beschichtet und nur für bestimmte Druckertypen geeignet.

2. Passende Tinte verwenden

Auch bei der Tinte gibt es teilweise gravierende Unterschiede: Die sogenannte Pigment-Tinte, die vor allem in hochwertigeren Druckern zum Einsatz kommt, weist im Vergleich zur günstigeren, unpigmentierten Dye-Tinte zwar eine etwas schlechtere Farbbrillanz auf, ist dafür aber deutlich resistenter gegen das Ausbleichen. Somit bleiben Bilder länger farbecht.

3. Fotos konservieren

Da sich ultraviolette Strahlung besonders schädlich auf Fotos auswirkt, bieten einige Hersteller wie Hahnemühle, KMP und Tetenal spezielle Fixiersprays an. Der farblose Lack wird direkt auf das Bild gesprüht und schützt es vor Feuchtigkeit, Fingerabdrücken, Schmutz oder vor Ausbleichungen durch UV-Licht. Alternativ kann man auch zu einem Bilderrahmen mit UV-Schutzglas greifen.

4. Vorsichtig behandeln

Obwohl die Sprays einen lange anhaltenden Schutz vor äußeren Einflüssen versprechen, können Fotos trotzdem empfindlich auf Schweiß und andere Flüssigkeiten reagieren. Vermeiden Sie aus diesem Grund vor allem bei wertvollen Originalen oder Einzelstücken häufige Berührungen. Generell sollten Bilder nur am Rand angefasst werden.

5. Richtig aufbewahren

Der Alterungsprozess lässt sich niemals komplett aufhalten. Wer seine Bilder aber auch für künftige Generationen bewahren möchte, sollte digitale Back-ups erstellen und die originalen Abzüge, Dias sowie  Negative an einem völlig dunklen Ort lagern. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten dabei so gering wie möglich sein.

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