Spiegelreflexkamera – Sind sie wirklich besser als Kompakte?

In unserer Reihe zum Thema „Fotografieren“ haben wir bereits einige Artikel zum eigentlichen Arbeiten, also dem Fotografieren präsentiert. Doch heute ist das Werkzeug an der Reihe, was jeder Fotograf benötigt: Die Fotokamera, bzw. im Speziellen die Spiegelreflexkamera.

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Filterwahl bei Spiegelreflexkameras

Fotografieren im RAW-Format

Auf die Frage, ob Spiegelreflexkameras wirklich bessere Bilder schießen als kompakte Digitalkameras gibt es eine klare Antwort: ja! Für die Erläuterung dieser Aussage sind hier die Vorteile einer digitalen Spiegelreflex (DSLRs) zu finden:

  • Sie haben größere Sensoren und können so bei gleicher Megapixelanzahl erheblich bessere Bilder liefern.
  • Da die Sensoren mehr Informationen aufnehmen können, muss die Kamera nicht so viel berechnen, was zu kürzeren Auslöseverzögerungen führt.
  • Die auswechselbaren Objektive sind ein weiterer Vorteil. Für jede Situation gibt es das passende Objektiv, das durch seine Spezialisierung bessere Ergebnisse bieten kann als ein Kompaktkamera-Zoom-Objektiv.
  • Außerdem bieten digitale Spiegelreflexkameras deutlich mehr manuelle Einstellungsmöglichkeiten, sodass der Fotograf seine kreative Freiheit in der Hand behält.

Für Schnappschuss-Fotografen sind DSLRs hingegen nicht geeignet. Sie sind nicht nur groß und schwer, sondern auch die Einstellungen benötigen Zeit zur Einarbeitung und Nutzung. Außerdem müssen Spiegelreflexkameras gut behandelt werden, da durch die wechselbaren Optiken Schmutz ins Kamerainnere gelangen kann. Da sich die zwei Kameratypen deutlich unterscheiden, müssen beim Kauf auch jeweils andere Punkte beachtet werden.

Hier sind die Angebote der drei wohl größten Hersteller von Spiegelreflexkameras auf dem Markt zu finden.

Die Schaltflächen sind zu Amazon verlinkt. Weiter unten sind dann auch noch sehr beliebte und gute DSLRs zu finden.

Sensor und Auflösung

Eine Auflösung von 16 Megapixeln ist der aktuelle Mindeststandard. Die meisten Kameras haben heute deutlich mehr. Für normale Bildausdrucke reichen 8 Megapixel vollkommen aus, für Posterdrucke oder starke Vergrößerungen am PC sollte die Kamera 12 Megapixel und mehr haben. Dabei liefert eine 18-Megapixel-DSLR deutlich bessere Qualität als eine Kompaktkamera mit der gleichen Auflösung. Zu große Pixelanzahlen bringen keine Vorteile mehr, da es in diesen Größenordnungen vermehrt zu Bildstörungen oder Bildrauschen kommt. Zudem interpolieren die meisten Kompaktkameras die Pixel, um auf solch hohe Werte zu kommen. Auf gut deutsch raten sie, wie der Pixel aussehen sollte, anhand der Umgebungsinformationen.

Spiegelreflexkamera
Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, ist eine Spiegelreflexkamera unverzichtbar für gute Fotos

Generell gilt: Je größer der Sensor, desto besser, aber auch desto teurer. Denn je größer der Sensor bei gleicher Auflösung ist, desto lichtempfindlicher und rauschärmer ist er.

Das beste Bild bieten Vollformatsensoren, die nur in den absoluten Spitzenmodellen verbaut sind. Sie haben die Größe wie ein Kleinbildnegativ aus dem Analogzeitalter. Die meisten Kameras haben kleinere Sensoren. Hierbei muss etwas umgedacht werden. Die Brennweiten von Normalobjektiven, die benötigt werden, um das gleiche Bild aufzunehmen, verändern sich, da die Kamera nur einen Ausschnitt (Crop) des Kleinbildformats aufnimmt. Der Cropfaktor liegt bei den meisten Kameras zwischen 1,5 und 2.

Die Lichtempfindlichkeit eines Sensors ist ein weiteres Qualitätsmerkmal einer digitalen Spiegelreflexkamera. Sie wird in ISO gemessen. Auch Einsteigermodelle bieten schon einen ISO-Wert von 1600 oder sogar 3200, was weitaus mehr ist als bei analogen Filmen. Mit höherer ISO-Zahl nimmt aber auch das Farb- und Bildrauschen zu – je kleiner der Sensor desto stärker.

Systemwahl und Objektive

Mit der Wahl eines Herstellers legt ein Fotograf sich langfristig fest, da es für jeden Hersteller eine eigene Objektiv- und Zubehörauswahl gibt. Es sollte darauf geachtet werden, dass für das gewählte Modell genügend Zubehör verfügbar ist, da er erst die Stärken der Kamera ausmacht. Da das Zubehör recht teuer ist, ist es auch nicht so einfach die Marken mit dem Kauf eines neuen Kameramodells zu wechseln. Sind die Objektive erst einmal vorhanden, bleibt ein DSLR-Fotograf in der Regel sein Leben lang bei der gleichen Marke.

Die wohl beliebtesten Hersteller von Spiegelreflexkameras auf dem Markt sind Canon, Nikon und in den letzten Jahren Sony. Hier geht es zu den aktuellen Angeboten der drei Hersteller bei Amazon.

Die Qualität der Objektive ist ebenso wichtig wie die der Kamera selbst. Die aufgenommene Bildqualität kann nur so gut sein, wie das Objektiv es zulässt. Wer noch Objektive für analoge Spiegelreflexkameras besitzt, kann diese weiterverwenden – wenn der Anschluss mit dem der DSLR übereinstimmt. Die größte Objektivvielfalt gibt es bei den großen Marken Nikon und Canon. Für Kameras mit einem dieser beiden Anschlüsse (EF bzw. F-Mount) gibt es auch viele Alternativobjektive z.B. von Sigma oder Tamron. Bei anderen Herstellern ist die Auswahl nicht ganz so groß. Allerdings haben die Objektivhersteller den Markt erkannt und bieten meist auch Objektive für die anderen DSLR-Hersteller an.

DSLR im Einsatz
Auf dem Bild ist weiteres wichtiges Zubehör zu sehen. Ein Stativ, eine Sonnenblende und auch ein Fernauslöser sind gern genutztes Equipment

Zum Standardrepertoire jedes Digitalfotografen sollte ein lichtstarkes Zoomobjektiv mit einer Brennweite von etwa 28 bis 70 Millimeter gehören. Für die meisten Situationen reicht das aus. Ein zweites Objektiv sollte den Telezoombereich abdecken. Die Brennweite sollte etwa von 70 bis 200 Millimeter reichen. Objektive mit Festbrennweiten sind vor allem für Profis geeignet. Sie liefern zwar eine bessere Bildqualität, sind allerdings auch sehr teuer und jeweils nur für einen bestimmten Einsatzzweck geeignet.

Sucher und Display

Einen Vorteil hatten Kompaktkameras lange: Sie hatten einen Bildschirm, der das Bild live anzeigt. Die Displays der Spiegelreflexkameras wurden ursprünglich ausschließlich zur Bildnachkontrolle verwendet. Dies ist aber Vergangenheit: Moderne DSLR verfügen über einen zweiten Bildsensor, der ausschließlich für das Livebild zuständig ist. Da Spiegelreflexkameras immer über einen guten herkömmlichen Sucher verfügen, ist dies aber noch nicht einmal nötig. Hochwertige Kameras besitzen einen Prismensucher, günstigere Modelle lenken die Lichtstrahlen über einen Spiegel zum Sucher. Um auch im dunklen einen guten Überblick über das Bild zu bekommen, ist ein lichtstarker Sucher empfehlenswert. Ob ein Mensch mit dem rechten oder linken Auge durch den Sucher guckt ist Geschmackssache, oder eher eine Frage des besseren Auges.

Zur Info: Sehschwächen sind in der Regel kein Problem, da Spiegelreflexkameras eine Anpassung dafür am Sucher besitzen. Der Dioptrien-Wert kann meist eingestellt werden.

Gehäuse

Spiegelreflexkameras sind deutlich größer und schwerer als Kompaktkameras, deshalb ist es umso wichtiger, dass sie gut in der Hand liegen. Ein Ausprobieren im Laden bringt hier Klarheit. Hochwertige Modelle verwenden teils Metallgehäuse. Diese schützen sehr gut vor Stößen, sind aber noch schwerer. Auch bei Plastikgehäusen sollte auf die Robustheit geachtet werden, damit die Kamera lange Freude bereiten kann.

Stromversorgung

DSLRs verbrauchen mehr Strom als ihre analogen Schwestern. Bei der Verwendung von Zoomfunktion, integriertem Blitz oder Bildstabilisator wird der Akku schneller leer. Folglich empfiehlt es sich einen Ersatzakku zu kaufen, auch wenn eine Akkuladung im Normalfall für 500 Bilder ausreicht. Es gibt auch Ersatzakkus, die direkt an die Kamera gesteckt werden. Diese lohnen sich aber nur, wenn keine Zeit zum Akkuwechsel ist, da sie die Kamera nur unnötig schwer und unhandlich machen.

Preisklassen der Spiegelreflexkameras

Einsteigermodelle gibt es schon für 300 bis 600 Euro. Sie bieten für Anfänger eine gute Qualität, können aber vor allem bei der Sensorgröße nicht mit den teureren Modellen mithalten. Im Preisbereich von etwa 600 bis 1500 Euro befinden sich Kameras, die für ambitionierte Hobbyfotografen oder Semiprofis geeignet sind. Sie bieten einen großen Ausstattungs- und Funktionsumfang, sodass sie für die meisten Zwecke nicht nur völlig ausreichen, sondern darüber hinaus auch sehr gute Ergebnisse liefern. Teilweise verschwimmt schon die Grenze zum Profibereich, der ab 1.500 Euro beginnt. Nur in diesem Bereich sind Vollformatsensoren anzutreffen. Die Investition in eine solch teure Kamera lohnt sich aber nur für Menschen, die Geld mit ihren Fotos verdienen.

Wohlgemerkt reden wir nur vom eigentlichen Gerät. Objektive und weiteres Zubehör kostet meist ebenso viel, wenn auf die Qualität geachtet wird.

Damit ein guter Überblick über besonders beliebte Spiegelreflexkamera-Modelle gewonnen werden kann, sind hier die Favoriten nach Preisklasse aufgelistet.

Einsteiger-ModelleSemiprofessionelle ModelleProfimodelle

Nikon D3300 SLR-Digitalkamera Kit AF-P 18-55 VR schwarz

Preis: EUR 439,95

4.6 von 5 Sternen (137 Benutzerbewertungen)

17 gebraucht & neu ab EUR 364,95

Nikon D500 Digitale Spiegelreflexkamera (20.9 Megapixel, 8 cm (3,2 Zoll) LCD-Touchmonitor, 4K-UHD-Video) nur Gehäuse schwarz

Preis: EUR 1.879,00

4.3 von 5 Sternen (45 Benutzerbewertungen)

8 gebraucht & neu ab EUR 1.381,00

DSLR-Testberichte liefern weitere Informationen

Wer eine digitale Spiegelreflexkamera kaufen möchte, muss sich irgendwann für ein Modell entscheiden. Hierfür ist es sehr hilfreich Testberichte zur Information zu nutzen. Auch Käufermeinungen können weiterhelfen – konnten die Besitzer des Wunschmodells das Gerät doch schon dem Praxistest unterziehen. Tests sind unter anderem bei chip.de oder pcwelt.de zu finden. Auch ein Blick auf die Testberichte von computerbild.de kann hilfreich sein. Wer sich in Printmagazinen informieren möchte, sollte neben einem Blick in das Testangebot von Stiftung Warentest auch den Blick in andere Magazine wagen. Gute, nachvollziehbare Testberichte bieten z.B. Colorfoto, Chip Foto Video, SFT und andere spezialisierte Zeitschriften.

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