Sonos Play:5 Gen 2 im Test – Der beste Multiroom Lautsprecher?

Sonos Play:5 hochkant
Die Sonos Play:5 kann auch Hochkant verwendet werden

Man vergisst leicht, was für ein wichtiges Produkt das ursprüngliche Sonos Play:5 war, sowohl für Sonos als auch für das Musik-Streaming insgesamt. Nachdem sich das Unternehmen zuvor auf Geräte zur Verbindung von Elektronik und Lautsprechern anderer Hersteller konzentriert hatte, war der Play:5 das erste All-in-One-Gerät des Unternehmens.

Es war so erfolgreich, dass Sonos auch heute noch in erster Linie ein Unternehmen für drahtlose Lautsprecher ist und eine Vielzahl von Rivalen und Konkurrenten hervorgebracht hat, die versuchen, das Sonos-Modell nachzuahmen.

Aber Stillstand ist in der technischen Welt gleichbedeutend mit Rückschritt. Nach sechs Jahren und unzähligen Software-Updates wurde das erste Play:5 in den Ruhestand versetzt und durch ein neues Modell ersetzt.

Sonos Play:5

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Sonos Play:5 im Test

Auch die Play:5 Gen 2 ist ein großartiges Gerät, mit einem neuen Look und einer klasse Benutzerfreundlichkeit. Wir haben das Vergnügen gehabt den Multiroom-Lautsprecher einen ausgiebigen Test zu unterziehen. In diesem Artikel fassen wir unsere Erfahrungen und Ergebnisse zusammen.

Design und Verarbeitung

Sonos selbst sagt, die Idee hinter dem Design des Play:5 war es, den Inbegriff eines Lautsprechers für das digitale Zeitalter zu schaffen, mit einem überarbeiteten Design und dem Schwerpunkt auf dem Sound.

Er sieht anders aus und fühlt sich anders an als das Original, passt aber perfekt zu den weiteren Ergänzungen des Unternehmens, wie dem Sonos One oder der Sonos Playbar.

Sonos Play:5 und One nebeneinander
Die Sonos Play:5 passt perfekt zu den anderen Modellen, wie der One

Das Design wurde bei Sonos nie auf die leichte Schulter genommen, und jeder Zentimeter des Play:5 ist aus gutem Grund da. Es kann auf drei Arten ausgerichtet werden – horizontal oder vertikal nach oben. Das bedeutet, dass das Design über alle Ausrichtungen hinweg funktionieren muss und sich demzufolge mehr an die einfachere Gestaltung des Sonos Play:3 anlehnt. Dies gibt ihm eine größere Flexibilität bei der Platzierung sowie ein „natürlicheres“ Aussehen, wenn es in einem Stereopaar verwendet wird. Obwohl die Technologie dazu neigt, mit jeder Iteration kleiner und dünner zu werden, ging dieses Play:5 den umgekehrten Weg. Es hat wahrscheinlich etwa die gleiche Breite und Höhe wie das Original, ist aber merklich dicker – und das aus gutem Grund.

Der ursprüngliche Play:5 hatte eine Bassöffnung auf der Rückseite, die dazu beitrug, das untere Ende zu verbessern und gleichzeitig so schlank wie möglich zu halten. Allerdings bedeutete dies auch Opfer – es konnte nicht so dumpf abspielen, wie Sonos es wollte und es bestand die Gefahr, dass es bei bestimmten Frequenzen zu einem Scheuern der Bassreflexöffnung kam.

In der 2. Generation hat Sonos die Öffnung entfernt und entschied sich für eine geschlossene Architektur, wobei die akustische Lautstärke erhöht wurde, damit der Bass lauter und tiefer werden konnte. Sonos sagt, dass der Play:5 tiefere und sauberere Bässe als selbst die Playbar erzeugen kann – eine beachtliche Leistung für ein Produkt, das nur etwa ein Drittel der Größe hat.

Das Frontgitter besteht aus Kunststoff statt aus Metall. Beim ursprünglichen Play:5 befanden sich die Antennen im Kunststoffsockel, aber das war keine Option für den Nachfolger, so dass die sechs Antennen (für jede mögliche Ausrichtung positioniert) innerhalb des Hauptkörpers platziert werden mussten. Eine Metallkonstruktion erwies sich als unmöglich, ohne die drahtlose Leistung zu beeinträchtigen, daher entwickelte das Designteam ein Polycarbonatgitter.

Bei der zweiten Generation der Play:5 verlor Sonos die physischen Knöpfe und ersetzte sie durch Touch-Controls, die heute auf vielen Produkten des Unternehmens zu finden sind. Es gibt Bedienelemente für Play/Pause und Lautstärke nach oben/unten sowie die Möglichkeit, nach links und rechts zu streichen, um den Titel zu wechseln. Diese Bedienung funktioniert sehr gut und ist sehr praktisch, wenn gerade das Smartphone oder das Tablet, wo die Sonos App installiert nicht zu greifen ist. Die Lautstärke- und Spurregler ändern sich je nach Ausrichtung des Lautsprechers, und obwohl der Großteil der Steuerung eher mit Smartphone oder Tablet vorgenommen wird, reagiert die Benutzeroberfläche mit subtilen Tönen, die ertönen, wenn eine Berührung bestätigt wird.

Bedienelemente Sonos Play:5
Die Touch-Bedienung der Sonos Play:5 schafft es mit drei Elementen diverse Funktionen abzudecken

Die einzige physische Taste, die auf dem aktuellen Play:5 zu finden ist, ist die Synchronisationstaste auf der Rückseite, die neben dem Ethernet-Anschluss und einem 3,5-mm-Aux-Eingang sitzt. Sogar das Netzkabel wurde im eigenen Haus optimiert und entworfen.

Einrichtung, Funktionen und Bedienung

Sonos hat seine Software in den letzten Jahren seit der Play:5-Veröffentlichung der zweiten Generation verbessert (und wird im Juni 2020 das Update für Sonos S2 erhalten), aber die Einrichtung ist so einfach wie immer.

Die Sonos-App führt durch den anfänglichen Prozess und das Hinzufügen weiterer Sonos-Lautsprecher ist genauso einfach: Einfach in der App klicken, um einen neuen Lautsprecher hinzuzufügen und anschließend die Synchronisierungstaste auf der Rückseite drücken. Das war es und alles ist erledigt. Es ist immer noch das raffinierteste Multiroom-Setup, das es gibt. Dabei wird auschließlich das heimische WLAN verwendet und keine Andere Funkverbindung, wie beispielsweise bei Bluetooth-Lautsprechern.

Mit der Einführung des aktuellen Play:5 kam Trueplay, die Audio-Optimierungssoftware von Sonos. Trueplay verwendet das Mikrofon in einem iPhone, iPad oder iPod touch, um die Reaktion des Lautsprechers in Ihrem Raum zu messen und den Klang entsprechend zu optimieren. Dies dauert nur etwa eine Minute und ist recht effektiv. Allerdings werden Android-Geräte leider nicht unterstützt. In unserem relativ freien Testraum hat es wenig Einfluss auf den Klang aber wenn die Lautsprecher an einen weniger idealen Ort angebracht werden – zum Beispiel in einer Küche oder in einer Ecke – ist der Unterschied hörbar. Er strafft jeden dröhnenden Bass, bringt Klarheit in den Mitteltonbereich und reinigt den Klang wirklich von oben nach unten. Wichtig ist, dass die Trueplay-Funktion an der Hörposition durchgeführt wird, da der Ton dort ideal sein soll.

Anschlüsse und Synch-Taste der Sonos Multiroom-Lautsprecher
Auf der Rückseite des Sonos Multiroom-Lautsprechers befinden sich die Anschlüsse und die Synch-Taste. Die Auswahl an Anschlüssen ist wie bei allen Modellen ziemlich beschränkt

Nachdem Trueplay einmal ausgeführt wurde, kann in den Einstellungen der Lautsprecher weiter nach Geschmack eingestellt werden. Wir empfehlen es auszuprobieren, insbesondere die Loudness-Funktion, die Skala und Gewicht hinzufügt, aber ein wenig an Klarheit und Sauberkeit verlieren kann.

Ein Großteil der Steuerung erfolgt über die App, mit der Möglichkeit, Streaming-Dienste der Wahl hinzuzufügen und im lokalen Netzwerk gespeicherte Musik zu suchen.

Die breite Unterstützung der Streaming-Dienste von Sonos ist nach wie vor eine der größten Stärken des Systems (alle großen Dienste und viele Nischenalternativen sind an Bord) aber ebenso wichtig für den Erfolg des Systems ist die universelle Suchfunktion, die Ergebnisse aus allen Diensten, die abonniert sind und aus allen Netzwerkfreigaben im Haus liefert. Diese Funktion ist ein Highlight, wie wir erneut in unserem Test feststellen durften.

Es können Wiedergabelisten und On-the-fly-Warteschlangen mit Titeln aus jeder dieser Quellen erstellt werden, ohne Barrieren oder Unterschiede zwischen der im Netzwerk befindlichen und der aus der Cloud gestreamten Musik. Das Ergebnis ist ein Gefühl echter musikalischer Freiheit.

Diese Freiheit wird durch die einfach zu bedienende Multiroom-Funktion noch erhöht. Es können einzelne Lautsprecher gewählt oder Gruppen aus Boxen erstellt werden. Somit kann auf jedem Sonos-Lautsprecher etwas Anderes abgespielt werden oder auf allen die gleiche Musik. Das bedeutet eine maximale Flexibilität der Lösung.

Sound

Ein Highlight des Play:5 ist seine Fähigkeit, selbst den größten Raum mit einem satten, kraftvollen Klang zu füllen. Dies ist zu einem großen Teil auf die Treiberkonfiguration mit sechs passenden Klasse-D-Verstärkern zurückzuführen. An der Unterseite befinden sich drei speziell entwickelte 10-cm-Mitteltieftöner sowie drei Hochtöner an der Oberseite. Der linke und der rechte Hochtöner sind in Hörnern untergebracht, die seitlich nach außen gerichtet sind, um einen breiteren Klang zu erzielen. Diese messen 20 mm, während der mittlere Hochtöner mit 23 mm etwas größer ist.

Das Ergebnis ist unbestreitbar – dies ist ein Lautsprecher, der selbst den größten Raum des Hauses füllen könnte und doch klingt er für eine einzige Box riesig. Die Möglichkeit, laut zu sprechen ist hilfreich aber der Multiroom-Lautsprecher hat so viel Platz, dass er selbst bei geringerer Lautstärke wie ein viel größerer Lautsprecher klingt, als er ist.

Das Soundempfinden ist ja bekanntlich sehr subjektiv. Trotzdem versuchen wir unser persönliches Empfinden hier zum Ausdruck zu bringen. Der Sonos Play:5 bietet einen lebendigen und energischen Klang. Trotz dessen lässt der Lautsprecher sehr viele musikalische Details erkennen. Wenn beispielhaft gefühlvoller Gesang abgespielt wird, ist der Klang klar, gut artikuliert und strukturiert. Egal, was abgespielt wird, in den Mitten herrscht Klarheit. Die stellt sicher, dass Gesang in einem Mix immer nach vorne geschoben und nie überschattet wird. So bleibt der Gesang in allen Kompositionen präsent.

Sonos Play:5
Tolles Design trifft einen sehr guten Klang

Eine weitere enorme Verbesserung zum Vorgängermodell ist der Bass. Dem ursprünglichen Play:5 fehlte es nicht an seiner Größe aber mit der zweiten Generation ist tiefer und raffinierter. Selbst bei hohen Lautstärken hat er alles im Griff und klingt niemals locker oder schwabbelig. Der Lautsprecher hat eine saubere Basslinie und der Bass ist sauber und solide. Der Muliroom-Lautsprecher erzeugt einen wunderbar satten Klang aber es kann sein, dass ein Hauch zu viel Bass für neutrale Ohren vorhanden ist. Glücklicherweise können EQ-Einstellungen hier Abhilfe schaffen. Nach unserem Empfinden ist es klanglich ausgewogener, wenn der Bass ein oder zwei Stufen leiser gestellt wird.

Mit einem zweiten Gerät ist es möglich den Ton Stereo zu hören und er wird dadurch noch größer, mit einem soliden Stereobild. Allerdings haben wir für unseren Lautsprecher-Test keinen zweiten Sonos Play:5 zur Verfügung gehabt, sodass wir dies nicht ausprobieren konnten.

Insgesamt ist der Sound des Play:5 sehr dynamisch, energisch, detailliert und raffiniert. Also ein nahezu perfektes Sounderlebnis für zuhause.

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Fazit zum Sonos Play:5 Gen 2 Test

Kommen wir zum Fazit unseres Sonos Play:5 Tests. Das Design ist geradlinig und elegant zu gleich und die Verarbeitung ist hervorragend. Die Einrichtung innerhalb des Multiroom-Systems ist wie bei jedem Sonos-Modell denkbar einfach über die App zu erledigen. Ebenso einfach ist die Bedienung über die Touch-Bedienelemente an der Box sowie über die Sonos-App. Die App ermöglicht den zentralen Abruf aller verfügbarer Musik im Netzwerk, den Internetradiosendern und den Streamingdiensten. Dadurch ist eine einfache Steuerung aller Multiroom-Lautsprecher im Haus mit einer großen Auswahl an Musik möglich. Die dienstübergreifende Suche, Wiedergabelisten, Favoriten und On-the-fly-Warteschlangen helfen zudem dabei die maximale, musikalische Freiheit zu genießen. Auch der Sound ist äußerst positiv zu bewerten und lässt kaum Wünsche offen.

Sonos hat immer noch viele Vorteile gegenüber der Konkurrenz, von der Breite seines Angebots über die fehlerfreie App bis hin zu den umfassenden Funktionen. Kein anderer Anbieter kann momentan mit dem Branchenprimus mithalten. Wenn ein vollständiges, substanzielles Multi-Room-System gewünscht ist, gibt es viele gute Gründe den Platzhirschen vorzuziehen. Auch wenn die Lautsprecher des Herstellers etwas preisintensiver sind, als einige Konkurrenzprodukte, empfehlen wir diese ausdrücklich.

Gerade im noch höheren Preissegment gibt es sicher Lautsprecher, die vom Sound noch ein wenig ausgewogener sind im Vergleich zum Play:5. Aber dies sind Standalone-Lautsprecher und sie bieten keine Multiroom-Funktion. Wenn wir das Gesamtpaket betrachten gibt es aus unserer Sicht momentan kein besseres Modell auf dem Markt.

Das Endergebnis
Funktionsumfang (30%):

Sound (30%):

Design (10%):

Bedienung (15%):

Lieferumfang (15%):

Gesamtergebnis:

4.5 out of 5 stars

5 out of 5 stars

5 out of 5 stars

5 out of 5 stars

4.5 out of 5 stars

4.8 out of 5 stars

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