Software wird immer häufiger im Internet gekauft

Es ist noch nicht lange her, dass man Media Markt, Saturn und Co regelmäßig nach neuer Software durchstöberte. Wer den PC beruflich oder als Hobby nutzt, kommt um viele Programme nicht herum und benötigt diese dringend. Leider sind diese oftmals sehr hochpreisig. In den letzten Jahren hat sich der Markt jedoch sehr gewandelt. Die lokalen Einzelhändler werden immer seltener zur Anlaufstelle für Kaufinteressenten. Wie in nahezu allen anderen Branchen auch, tendieren die Menschen stark dazu, die Ware im Internet zu kaufen. Zu Zeiten des 56k Modems und minütlichen Internetkosten war dies noch undenkbar, doch da nun jeder Haushalt über eine Flatrate mit einer bis zu 100mbit Leitung verfügt, sind auch größere Downloads problemlos zu bewältigen.

Da die Zielgruppe der Software meist eh viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt, ist das Internet eine ideale Werbeplattform für die Waren. Was böte sich mehr an, als dann auch gleichzeitig den Vertrieb online abzuwickeln? So sparen sich die Kunden den Gang zum Einzelhändler, der häufig einige Minuten entfernt ist.

Bill Gates
Auch Bill Gates konnte diese Entwicklung nicht erwarten
©Choice Isy – flickr.com

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Umdenken der Nutzer ist die Preisdiskrepanz im Internet und im Fachmarkt. Während eine CD oder DVD zunächst gepresst, bedruckt, eingepackt und verschickt werden muss, benötigt man für einen Download lediglich einen Server. Zudem will auch das Kaufhaus einen Anteil der Gewinne haben, was den Preis zusätzlich in die Höhe treibt. Wer im Internet zuschlägt, spart in der Regel bis zu 70% auf den Kaufpreis und macht somit ein echtes Schnäppchen. Seriennummern der Software können bequem per E-Mail mitgeteilt werden und so hat man im Handumdrehen das Programm auf dem Rechner und kann dieses aktivieren.

Dies hat jedoch auch seine Schattenseiten. Auf immer mehr Websites kann man ausländische Seriennummern verschiedener Programme zu Spottpreisen kaufen. Die Herkunft dieser ist meistens mehr als fragwürdig. Häufig kommen sie aus Russland, funktionieren aber weltweit. Gerade Gamer erfreuen sich an den niedrigen Preisen und können so für kleines Geld ihrem Hobby nachgehen.

Steam revolutioniert den Markt und übernimmt einen Großteil des Marketings

Computerlabor
Software wird überall gebraucht
©J. Paxon Reyes – flickr.com

Die Softwareplattform Steam hat sich in den letzten Jahren zu einem gigantischen Akteur entwickelt und hat frischen Wind in den Markt gebracht. Hier kann man Spiele aus allen Genres erwerben und über die Steamserver herunterladen. Sehr viele neue Spiele sind ausschließlich über Steam beziehbar. Für den Spieler hat dies den Vorteil, dass er nur noch eine Anlaufstelle für die meisten Games hat und diese stets von einer seriösen und ehrlichen Quelle beziehen kann, aber dennoch nicht dem Einzelhändler einen Besuch abstatten muss. Die Entwickler werden in ihrer Arbeit entlastet, da Steam den Vertrieb, das Bereitstellen und das Marketing zum großen Teil übernimmt. Dafür erhält das Portal jedoch einen Anteil an jedem Verkauf, der erzielt wird.

Wie alles im Leben gibt es jedoch auch hier eine Reihe von Nachteilen. Viele Entwickler machen sind von Steam abhängig und sehen keine Möglichkeit mehr, sich aus den Klauen des Giganten zu befreien. Der Markt entwickelt sich zunehmend zu einem Monopol, was zu einem Anstieg der Preise führen kann., Entwickler verdienen weniger Geld mit ihren Werken und haben somit ein kleines Budget um die Spiele weiterhin zu verbessern und Probleme zu beheben.

Ein weiteres Problem ist, dass Gamer einfach ihre Steamkonten untereinander austauschen können und somit Zugriff auf die gekauften Artikel des anderen haben. So wird es kinderleicht Spiele untereinander auszutauschen, ohne diese kaufen zu müssen.

Wer ein ausrangiertes Spiel verkaufen möchte, kann dies in der Regel nicht tun, da es an das eigene Steamkonto gebunden ist, indem sich auch alle anderen Spiele befinden.

Auch wenn der Handel mit Software im Internet mit einigen Nachteilen verbunden ist, ist er ein großer Zugewinn für den Markt und schafft eine größere Transparenz und bessere Preise für die Verbraucher. Es drohen einige Probleme in der Zukunft, die vor allem die Entwickler betreffen könnten. Wenn diese jedoch im Vorfeld bedacht werden, besteht großes Potential in steamähnlichen Diensten, da diese vor allem den Kunden einen guten Überblick über das Angebot verschaffen und eine effektive Arbeitsteilung zwischen Vertrieb und Entwicklung entstehen lassen.

Steam-Video

Kleines Video, was zeigt, wie die Steam-Software funktioniert.

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