Big Data – Daten sind der Rohstoff der Zukunft

In der digitalen Welt, der Welt der Computer, Bits und Bytes, hat sich vollständig die englische Sprache durchgesetzt. Computer ist so ein Wort, Bit, Byte und eben auch Big Data. Für Fachleute ist er verständlich, für Laien nicht. Dabei steht Big für groß und Data – das braucht man nicht erklären. Big Data sind große Datenmengen, wie sie in der digitalen Welt anfallen. Schließlich müssen die Daten im Internet irgendwo gespeichert sein. Man weiß, das Netz vergisst nichts. Die Daten, die einmal im Internet vorhanden sind, bleiben dort für immer und ewig. Jedenfalls im Prinzip. So wird aus einem normalen Datenstrom sehr schnell das Phänomen Big Data. Jeder Besitzer eines Heim PCs hat das in den letzten Jahrzehnten am eigenen Gerät erlebt. Die Betriebssysteme erfordern immer mehr Platz auf der Festplatte, die Festplatten werden immer größer und preiswerter. Der Preis pro gespeichertem Bit hat sich in den letzten 10 Jahren auf 1/10 gesenkt. Während vor 20 Jahren noch eine Festplatte mit 100 MB der stolz ihres Besitzers war und etwa 600 DM kostete, hat jeder Anfängercomputer heutzutage eine Festplatte von 1 TB drin. Und trotzdem, die eigenen Festplatten sind immer irgendwann irgendwie voll. Genauso geht es den externen Festplatten, die es mittlerweile bis zu 4 Terabyte gibt.

Serverraum für Big Data
Serverraum für Big Data
© stadtstreicher79

Das hat jedoch mit Big Data nichts zu tun. Bei diesem Begriff geht es um den weltweiten Datenstrom, dessen Transport, Speicherung und, man kennt das aus den Zeitungen, Überwachung. Wobei die eigentlichen Inhalte von Mails oder in der Cloud gespeicherten Daten gar nicht das Thema sind. Vielmehr sind bewegte Bilder, neuerdings sogar in HD und bald Ultra-HD, die über das Internet gesendet werden, sehr Daten- und speicherintensiv. Dabei steht das Internet, was Geschwindigkeit und Möglichkeiten betrifft, erst am Anfang. Wenn erst das neue Internetprotokoll IPv6 Standard ist, somit der Adressdatenraum nahezu unbegrenzt, werden viele Millionen am Internet angeschlossene Geräte einen „unendlichen“ Datenstrom produzieren. Dieser muss kanalisiert und schnell an die richtige Stelle geleitet werden. Die heutigen Technologien sind dafür nur bedingt geeignet. Auch wenn das Zeitalter der magnetomechanische Speicher zu Ende geht, die elektronischen Speicher können Ihnen noch nicht das Wasser reichen. (auch wenn die SSD immer preiswerter werden) Erst zukünftige Generationen von Speichern wie beispielsweise optische Speicher in Hologrammen, können so große Datenmengen dauerhaft unterbringen. So könnte ein entsprechender holografischer Kristall mit der Größe eines Würfelzuckers das gesamte Wissen der Menschheit aufnehmen.

Die NSA plant Zentrale mit 100 Yottabyte Daten

Dieses Problem des Big Data haben auch die Geheimdienste erkannt. Die allseits bekannte NSA in den USA baut derzeit eine neue Zentrale mit gigantischem Speichervermögen. Diese ist nach Prognose der Wissenschaftler ausgelegt für Big Data der nächsten 100 Jahre. Dort werden 100 Yottabyte Daten gespeichert werden können. 1024 Terabyte ist ein Petabyte, 1024 Petabyte ist ein Exabyte. 1024 Exabyte sind ein Zetabyte. Und 1024 Zetabyte ein Yottabyte. Ein Yottabyte sind also 1024 x 1024 x 1024 x 1024 Terabyte. Das ist Big Data!

Big Brother is watching you
Big Brother is watching you
© David Maddison – flickr.com

Big Data hat also eine ganz andere Dimension, als der normale Mensch sich das vorstellen kann, nicht nur in Bezug auf die Speicherkapazität. Big Data ist besonders deshalb interessant, weil aus diesen Daten sich alles über Menschen, deren Verhalten, deren Umwelt und Gewohnheiten herauszulesen lässt. Jede Abbuchung am EC-Automaten, jedes Bezahlen mit einer Kundenkarte, jede Flugbuchung mit Kreditkarte und jede Onlinebestellung im Internet hinterlassen digitale Spuren, die in die Big Data Wolke einfließen. Und die dort von interessierten Firmen herausgelesen und analysiert werden können. Hinzu kommen die immer mehr werdenden Überwachungen von Videokameras, die, man denke nur an Google Glas, ebenfalls Gegenstand der weltweiten Datenflut sind. Und vor allem: Niemand kann sich mehr davor schützen. Selbst dann nicht, wenn er keine EC-Karte hat, kein Internet benutzt, nicht telefoniert. Denn das Internet weiß trotzdem, dass er Strom verbraucht, wo er wohnt, dass er einen Führerschein besitzt und eine Hotelbuchung macht.

Daten sind der Rohstoff der Zukunft

Das große Problem und gleichzeitig die große Chance des Big Data ist es, diese Daten zusammenzuführen und für Interessierte nutzbar zu machen. Fachleute sprechen nicht umsonst davon, dass die Daten der Rohstoff der Zukunft sind. Digitale Daten sind im 21. Jahrhundert mehr wert als Gold und alles, was bisher an Werten vorhanden war. Denn mit der richtigen Analyse der Datenwolke lässt sich aus ihr alles ermitteln, was Menschen bewegt, was Industrien bewegt, was Staaten zusammenhält. Genau aus diesem Grunde übrigens werden diese Daten so gerne von interessierter Stelle abgezwackt. Mit der Begründung, es ginge und die Suche nach Terroristen. Dies ist, wenn überhaupt, nur ein angenehmer Nebeneffekt der Analyse der Big Data. Hinzu kommt, dass immer mehr Privatpersonen und Firmen freiwillig ihre internen Daten in eine Datenwolke schicken. Hier sind sie sicher, sagen die, die die Daten abgreifen.

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