Android 5.0 Lollipop

Google stellte im Oktober 2014 das 5.0 Lollipop vor
Google stellte im Oktober 2014 das 5.0 Lollipop vor © offo India / flickr.com

Allen Versionen des mobilen Betriebssystems Android ist eines gemeinsam: Sie tragen alle den Namen einer Süßigkeit. Auch bei der neuesten Version von Android sieht das nicht anders aus, sie hört auf den Namen Lollipop. Nach Angaben von Android handelt es sich dabei um den größten Umbruch aller Zeiten. Android Lollipop steckt noch in den Kinderschuhen, bislang ist erst ein Gerät auf dem Markt, das über Lollipop verfügt. Bei vielen neuen Geräten wird darüber spekuliert, dass es irgendwann ein Upgrade auf Lollipop geben wird oder dass neuere Versionen damit ausgestattet sind. Das erste Gerät, das über Android 5.0 Lollipop verfügt, ist das Google Nexus 9, ein Tablet. Demnächst wird das Nexus 6 als Smartphone in die Läden kommen, es ist ebenfalls mit Lollipop ausgestattet.

Android 5.0 Lollipop – der Umbruch im Design

In einem Blogspot stellte Google bereits im Oktober 2014 sein neues Betriebssystem Android 5.0 Lollipop vor. Nicht nur Google, sondern auch LG, Motorola und andere Hersteller wollen demnächst ihre Geräte mit Lollipop ausstatten. Android Lollipop soll der größte Umbruch in der Geschichte des Betriebssystems sein. Gegenüber dem Vorgänger, Android 4.4 mit dem Namen der Schokoladenwaffel Kitkat, bringt Lollipop zahlreiche Verbesserungen mit. In seinem Design wird Lollipop attraktiver, auch technisch hat es wesentlich mehr zu bieten. Die Benutzeroberfläche weist einige Veränderungen auf, der Hersteller spricht von Material Design. Die neue Android-Version besitzt einen dreidimensionalen Ansatz mit der Bezeichnung Holo UI, die Web-Oberfläche der Google-Dienste soll beständiger werden. Für die intuitive Bedienung kommen bei der neuen Version Farben stärker zum Einsatz. Für einzelne Elemente kann der Nutzer subtile Übergangsanimationen, Tiefeneffekte und Schlagschatten erwarten. Für das schnelle Ein- und Ausschalten von WLAN und Bluetooth stehen Quick Toggles bereit, mit einer doppelten Wischgeste vom oberen Displayrand können diese Funktionen erreicht werden. Die Zweifingergeste, wie sie ab Android 4.2 vorhanden war, wird damit hinfällig. Benachrichtigungen werden mit einer neuen Optik angezeigt und automatisch angeordnet. Die Software-Buttons zeigen geometrische Grundformen.

Android 5.0 Lollipop – der technische Umbruch

Android 5.0 Lollipop werden 32- und 64-Bit-Prozessoren unterstützt
Android 5.0 Lollipop werden 32- und 64-Bit-Prozessoren unterstützt / flickr.com

Auch in technischer Hinsicht erlebt Android mit Lollipop einen Umbruch. Für Entwickler sind mehr als 5.000 neue APIs vorhanden, so können die Möglichkeiten von Android noch besser genutzt werden. Mit dem finalen Release von Android 5.0 Lollipop werden 32- und 64-Bit-Prozessoren unterstützt, das ist bei ARM und Intel der Fall. Die gefühlte Performance soll deutlich erhöht werden, möglich wird das durch den neuen Garbage Collector. Diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Akku-Laufzeiten werden von Android-Entwicklern unter dem Project Volta zusammengefasst. Mit dem JobScheduler API können Entwickler Hintergrundaufgaben als weniger wichtig einstufen oder nur zu bestimmten Zeiten ausführen lassen. In Stock-Android hat Google erstmalig einen Energiesparmodus integriert, er deaktiviert automatisch oder manuell die Datensynchronisierung im Hintergrund, der maximale CPU-Takt wird verringert. Für die Entwicklung von Android 5.0 Lollipop hat Android mit Samsung zusammengearbeitet, so sind einige KNOX-Features vorhanden. Mit ihnen wird die simultane private und berufliche Nutzung der Geräte vereinfacht.

Verbesserungen bei Multimedia-Anwendungen

Verbesserungen bringt Android 5.0 Lollipop auch bei Multimedia-Anwendungen mit. Die Audiowiedergabe per USB wird erstmals im AOSP integriert. Bei der Audio-Ausgabe ist die Latenz deutlich geringer, auch ein neuer Fließkomma-basierter Audiomixer ist implementiert. Die Audioqualität soll damit deutlich verbessert werden. Mit Android Graphic Extensions und Support für OpenGL ES 3.1 können Spiele auf neue Grafik-APIs zugreifen. Für Fotos bietet das neue Lollipop noch mehr Möglichkeiten, da ein neues Kamera-API vorhanden ist. Waren bei den Vorgängerversionen viele Modi und Einstellungsmöglichkeiten vorhanden, die nicht immer sinnvoll waren, so bringt das neue Android 5.0 Funktionen wie

  • HDR+
  • Burst Shopt
  • DNG-RAW-Format

mit. Diese Funktionen ermöglichen Hobby-Fotografen die Nachbesserung ihrer Fotos direkt auf dem Smartphone oder Tablet.

Testmöglichkeiten für Android 5.0 Lollipop

Für wenige Nexus-Geräte, beispielsweise das Nexus 7, brachte Google einige Developer Previews heraus, die allerdings technisch noch nicht ausgereift und auch noch nicht alltagstauglich sind. Es kommt bei diesen Versionen immer noch zu Bugs. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass sie nicht mit populären Apps kompatibel sind.

Mehr Sicherheit für die Nutzer

Funktion mit dem Display-Code entsperren
Funktion mit dem Display-Code entsperren © coşkun kurt / flickr.com

Ein entscheidender Vorteil von Android Lollipop gegenüber seinen Vorgängern ist die erhöhte Sicherheit. Der Datenspeicher kann verschlüsselt werden, Unbefugte gelangen schwerer an die Daten. Um selbst wieder an die Daten zu gelangen, kann man diese Funktion mit dem Display-Code entsperren. Der Nutzer benötigt dazu seine Google-Kontodaten. Die Anmeldung ist bei Android Lollipop im Vergleich zu den Vorgängern einfacher, man muss das Gerät nicht mit einem Sicherheitscode aktivieren, sondern man kann die Gesichtserkennung nutzen oder mehrere Bluetooth- und NFC-Geräte als vertrauenswürdig einstufen. Befindet sich der Nutzer in der Nähe der Geräte, kann die Entsperrung ohne Code-Eingabe erfolgen. In Verbindung mit Android-Wear-Geräten, die man am Körper tragen kann, ist diese Funktion besonders sinnvoll.

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